Rückblick
60 Jahre Schützenverein Cham-West
Liebe Schützenschwestern und Schützenbrüder,
am Sonntag den 7. Januar 1951 trafen sich, auf Einladung von Anton Seidl und Max Fundeis, 37 Freunde des Schießsports im Schauerkeller. Sie hatten sich vorgenommen, im aufstrebenden Chamer Westen einen Schützenverein zu gründen. Am Ende der Versammlung stand fest, dass sich eine Gemeinschaft unter dem Namen „Geißheim“ gefunden hatte. „Geißheim“ deswegen, weil damals in Cham-West anstatt einer Kuh, eine Ziege im Stall stand. Denn die Ziege war die Kuh des kleinen Mannes, wie mein Vater immer zu sagen pflegte.
Den Initiator, Anton Seidl, wählte die Gründungsversammlung zum ersten Schützenmeister. Max Fundeis erhielt das Vertrauen als sein Stellvertreter. Alois Schwägerl wurde Kassier, Sepp Sigl Schriftführer. Heinrich Hunger war als Zeugwart für Schießstand und Geräte verantwortlich. Mit den Beisitzern Hermann Schäfer, Gerd Böhm und Frieda Böhm standen der Vorstandschaft erfahrene Schützen zur Seite.
Der Verein sollte aber keine Konkurrenz zur VSG auf der Bleiche darstellen, sondern ein harmonisches nebeneinander. Da man zu dieser Zeit noch nicht so motorisiert war wie heute, man ging noch viel zu Fuß, war der Grundgedanke, im Chamer Westen auch einen Schützenverein zu gründen also gar nicht so abwegig.
Am 06. Juni 1951 traten die Vereinsmitglieder zum Königsschießen an. Der 1. König der „Geißheimer“ Schützen wurde mit 113 Ringen Hans Kolnhofer. Damals wurde der König noch auf Ringe ausgeschossen.
Bis Weihnachten wuchs der Verein auf beachtliche 88 Mitglieder an.
In den folgenden Monaten mussten die „Geißheimer“ Schützen eine Krisenzeit überwinden, die ihren Höhepunkt im Rücktritt des 1. Vorstandes fand. Durch einen Ausschuss Beschluss wurde Max Fundeis mit der Leitung des Vereins betraut.
Beim Bundesschießen 1952 in Amber konnte Sepp Sigl unter 600 Teilnehmern einen beachtlichen 6. Platz erringen.
Die Generalversammlung im Januar 1954 wählte dann Hermann Schäfer zum 1. Schützenmeister. Adolf Bemmerl, Gründungsmitglied und aktiver Schütze vom ersten Tage an, wurde sein Stellvertreter. Zum Ehrenschützenmeister wurde Max Fundeis geehrt.
Sepp Sigl wurde mit dem „Graf Du Moulin Orden 2. Klasse“ ausgezeichnet.
Die Ziegen, die bei der Gründung des Vereins „Namenspatron“ gewesen sind, waren ausgestorben. Man fasste daher den Entschluss, einen anderen Namen zu wählen und nannte sich vom 12. Januar 1956 an „Schützenverein Cham-West“. Im Dezember 1956 wurde auch eine Jugendgruppe gegründet. Hans Nachtmann nahm sich mit Begeisterung und Geduld der 15 Burschen an.
Zur Feier des 10 jährigen Jubiläums wurde ein Gauoffenes Preisschießen veranstaltet. Es ging um Ehren-, Glücks- und Meisterscheiben. 1961 wurde 1. Schützenmeister Hermann Schäfer zum 3. Gau-Schützenmeister, und Hans Nachtmann zum Gau-Jugendleiter gewählt.
Im Jahr 1968 waren Hermann Schäfer und Adolf Bemmerl immer noch im Amt. Damals waren, im Gegensatz zu jetzt, die Ehrenamtlichen Posten noch hart umkämpft. Also schließe ich daraus, dass die beiden ihre Arbeit gut gemacht haben. Zu dieser Zeit zählte der Verein 70 Mitglieder und zwei Ehrenmitglieder ( Max Fundeis und Ehren Gauschützenmeister Anton Penzl). Beim Gauschießen in Janahof wurde Karl Maurer 2. Ritter. Besonders erfreulich war der dritte Platz des Jungschützen Armin Bemmerl bei den Gau-Jugendmeisterschaften. Adolf Bemmerl, Karl Maurer und Josef Kunz konnten den begehrten „Graf Du Moulin“ Orden 2. Klasse in Empfang nehmen.
1970 stellte der Schützenverein Cham-West mit Armin Bemmerl und Dieter Kögler den 1. und 2. Ritter beim Gaukönigschießen. Ausgezeichnet wurden die beiden vom damaligen Gauschützenmeister Anton Kuchenreuter. Karl Mauerer wurde in diesem Jahr zum Gau-Schriftführer gewählt.
1971 wurde erstmalig von den Damen die Würde der Schützenliesl ausgeschossen. Dabei wurde das älteste Mitglied, mit 69 Jahren, Ida Hunger Schützenliesl. Die Lieslkette wurde vom Vereinsmitglied Erich Quoos gestiftet.
Beim Volksfestschießen 1972 konnte Egon Diermeier mit einem 10,5 Teiler die Festscheibe gewinnen. Die Schützenbrüder Johann Zahner sen. und Erwin Schmidt wurden mit dem „Graf Du Moulin“ Orden 2. Klasse ausgezeichnet.
1973 wurde 1. Schützenmeister Hermann Schäfer für 1 Jahr als Gau-Kassenprüfer und anschließend 1974 (bis 1984) zum Gau-Geschäftsführer in sein Amt gewählt.
Vom 19. – 23. 11. 1975 führte der Verein sein 25 jähriges Gründungsschießen durch. Schirmherr war der Schützenbruder und 2. Bgm. Adolf Fenk. Ehrenschirmherr war unser Schützenbruder Erich Quoos. Erster Sieger auf Sonderpreis wurde mit einem 6,5 Teiler Fritz Berg.
Beim anschließenden Ehrenabend war hohe Prominenz anwesend. Dies waren:
MdL Dr. Max Fischer Landrad Ernst Girmindl Stadtrat Leo Hackenspiel Stadtrat Edgar Schiedermeier Gauschützenmeister Anton Kuchenreuter
Letzterer überreichte im Namen des OSB die „Köln – Gotha – Medaille in Silber mit Band“ an Hermann Schäfer und Adolf Bemmerl. Mit dem „Graf Du Moulin“ Orden 2. Klasse wurden Dieter Kögler, Josef Schreiner sen., Josef Ketterl und Alois Mühlbauer ausgezeichnet.
Schützenbruder Paul Batek und die Wirtsleute Lehneis vom Katzberg brachten dann den Anwesenden gekonnt Volksmusik so nahe, dass sich zu später Stunde sogar Dr. Max Fischer und Schirmherr Adolf Fenk sich zu ihnen gesellten und man gemeinsam das Lied von den „Schärzern vom Landl“ zum besten gab. Natürlich unter größtem Beifall, versteht sich.
Beim 1976er Frühjahrs Pokal- und Preisschießen der Reichsburgschützen in Altenstadt gewann Elfriede Batek mit einem 3 Teiler den 1. Platz und damit einen tragbaren Fernseher. Den Sieger Pokal sicherte sich Armin Bemmerl mit einem 8 Teiler. Beim Standeröffnungsschießen in Waffenbrunn belegte Josef Schreiner sen. den 1. Preis, er gewann ebenfalls einen tragbaren Fernseher. Der Schützenbruder Paul Batek wurde in diesem Jahr als Gau-Pressewart (bis 1980) und stellvertretender Gau-Geschäftsführer (bis 1982) in sein Amt gewählt.
Im Januar 1977 wurde an der Spitze des Vereins ein Generationswechsel durchgeführt. Aus Gesundheitsgründen gab Hermann Schäfer, nach 23 Jahren, das Amt des 1. Schützenmeisters ab. Dafür nahm er sich um das Schreiben der Chronik an. Mit ihm stellte auch 2. Schützenmeister Adolf Bemmerl sein Amt zur Verfügung. Aber auch er konnte nicht ganz ohne eine Arbeit auskommen. Er wurde mit Erwin Schmied zum Kassenprüfer gewählt. Zum 1. und 2. Schützenmeister wurden Paul Batek und Helmut Pongratz gewählt. Bei einem Ehrenabend am 19. März des gleichen Jahres wurde Hermann Schäfer zum Ehrenschützenmeister, Adolf Bemmerl, Ida und Heiner Hunger zu Ehrenmitgliedern ernannt.
Die Schülermannschaft des Vereins konnte 1977, 1978 und 1979 den 1. Platz bei der Gau Runde erreichen.
Bei den Neuwahlen 1980 löste Schreiner Josef sen. Helmut Pongratz als 2. Schützenmeister ab.
1981 wurde mit einem 17,2 Teiler Paul Batek Gauschützenkönig. Bei einer guten Brotzeit und Freibier wurde dieses Ereignis gebührend gefeiert.
1984 wurde das damals älteste aktive Mitglied Josef Ketterl zum Ehrenmitglied ernannt. Kurt Paukner löste Josef Schreiner sen. als 2. Schützenmeister ab. Von 1984 (bis zu seinem Tod 01.01.1995) wurde Ehrenschützenmeister Herman Schäfer das Amt des Gau-Kassenprüfers übertragen. In diesem Jahr wurde außerdem unserem Ehrenschützenmeister Hermann Schäfer die Ehrung mit dem „Ehrenkreuz in Silber des DSB“ duch den 1. Gau-Schützenmeister Anton Kuchenreuter überreicht.
1985 wurde Ehrenschützenmeister Hermann Schäfer zum Gau-Ehrenmitglied ernannt.
1987 übernahm Peter Zimmermann aus den Händen von Paul Batek die Führung des Vereins. Auf ihn kamen gleich größere Baumaßnahmen zu. Der Schießstand wurde vom Erdgeschoss in den 1. Stock verlegt. Dies konnte nur mit erheblicher Eigenleistung vollbracht werden. Dabei allen voran, mit unglaublichen Elan, Josef Schreiner sen. der in seiner Freizeit beispielhaft zum Gelingen beigetragen hat. Damit ging ein lang gehegter Wunschtraum in Erfüllung. Die Schießstätte hatte 6 fest integrierte elektrische Zugstände die nicht mehr bei jedem Schießen auf- und abgebaut werden mussten. Ein neuer Gewehrschrank der Marke Eigenbau von Josef Schreiner sen. machte das ganze dann perfekt.
Vom 5. – 14. April 1991 wurde das 40 jährige Jubiläums- und Gaukönig Schießen durchgeführt. Bei dieser Gelegenheit erzielte der damalige Ehrenschirmherr und Altbürgermeister Michael Zimmermann gleich das beste Plattl mit der Pistole auf den Gaukönig. Damit er aber auch zur Luftpistolen Majestät am Gauschützenball gekürt werden konnte, musste er noch auf die schnelle Mitglied im Verein werden. Als Schirmherr konnte der Brauerei- und Vereinslokal Besitzer Vinzenz Schauer gewonnen werden.
Im März 1993 gab es wieder einen Führungswechsel. Für Peter Zimmermann übernahm Arthur Vogl das Schützenmeisteramt und Manfred Hampel wurde ihm als 2. Schützenmeister zur Seite gewählt.
In der Sommerpause im August 1994 kam die erste Bewährungsprobe für die neu gewählte Vorstandschaft. Es wurde im Schießlokal Schauerkeller eingebrochen und dem Verein 5 Luftgewehre und 1 Luftpistole gestohlen. Der Schaden wurde aber „Gott sei Dank“ von der Versicherung voll ersetzt, so dass für den Verein kein Nachteil entstand. Im Gegenteil, es wurden 5 neue Luftgewehre, 1 Luftpistole und 1 Tresor für die neuen Waffen gekauft. Der nächste Tiefschlag folgte am Fuß. Der Verein verlor auch noch sein Schützenheim. Sämtliche Bemühungen für ein neues Schützenheim im Chamer Westen blieben Erfolglos.
Im Januar 1995 hat der Verein dann im Gasthaus Mühlbauer in Satzdorf eine neue Heimat gefunden. Im März fand die offizielle Eröffnung mit der Segnung der Stände statt. An diesem Abend wurde auch Schreiner Josef sen. zum Ehrenmitglied ernannt. Beim Gauschützenball im Mai wurde unsere Schützenschwester Renate Vogl zur Gauschützenliesl gekürt.
1996 wurde der Schützenbruder Schreiner Josef sen. mit dem Protektor Ehrenzeichen Klasse I ausgezeichnet. 1998 wurde unser Ehrenmitglied Josef Schreiner sen. am Gauschützenball zum Gaukönig Luftpistole proklamiert.
Vom 16. – 25. März 2001 wurde das 50 jährige Jubiläums- und Gaukönig Schießen mit großem Erfolg durchgeführt. Bei einem gemütlichem Grillfest im Biergarten des Schießlokals wurde dem Schützenbruder Fritz Berg und 2. Bgm. und MdB Klaus Hofbauer das Versprechen abgenommen, bei der Jubiläumsveranstaltung als Schirmherr und Ehrenschirmherr zu fungieren. Beim anschließenden Ehrennachmittag konnte 1. Schützenmeister Arthur Vogl auch zwei Gründungsmitglieder begrüßen, die nicht mehr dem Verein angehörten. Dies waren der Gründungsinitiator und 1. „Geißheimer“ Schützenmeister Anton Seidl und der damalige Schriftführer Sepp Sigl. Letzterer trat bei dieser Gelegenheit wieder dem Verein bei.
Beim Gauschützenball 2002 ist dem 1. Schützenmeister Arthur Vogl das „Protektor Ehrenzeichen Klasse II“ verliehen worden.
Bei der Jahreshauptversammlung 2005 löste Manfred Hampel, Arthur Vogl, als 1. Schützenmeister ab. Inge Kempf stand ihm als 2. Schützenmeisterin und 1. Kassier zur Seite. Zudem wurde der verdienten Schützenschwester bei dieser Gelegenheit die Ehrenmitgliedschaft verliehen. Mit der „Verdienstauszeichnung am Band“ wurden Manfred Hampel und Arthur Vogl geehrt. Im gleichen Jahr beim Gauschützenball wurde der Schützenbruder Günther Kempf mit dem „Protektor Ehrenzeichen Klasse II“ ausgezeichnet.
Das 25. Damen-Wanderpokal-Schießen des Schützengaus Cham wurde 2006 in unserem Vereinsheim durchgeführt. Gründungsmitglied Sepp Sigl übernahm die Schirmherrschaft. Auf Sachpreis sicherte sich Gunda Sigl mit einem 13,7 Teiler den 1. Platz. Beim Gauschützenball 2006 wurde 1. Schützenmeister Manfred Hampel mit dem „Protektor Ehrenzeichen Klasse II“ ausgezeichnet. Außerdem wurde mit dem „Verdienstkreuz in Silber“ der Schützenbruder Arthur Vogl geehrt.
Vom 23.03 – 01.04 2007 wurde das 55 jährige Jubiläums- mit Landkreiskönig Schießen abgehalten. Als Schirmherr konnte unser Schützenbruder Karl-Heinz Quoos gewonnen werden. Ihm zur Seite stand als Ehrenschirmherr Landrat Theo Zellner.
2008 wurde anlässlich des 80. Geburtstages des Vereinsmitbegründers Sepp Sigl ein Gauoffenes Geburtstags- mit Gaukönig Schießen durchgeführt. Die Schirmherrschaft übernahm selbstverständlich das Geburtstagskind.
Bei den Neuwahlen 2008 ist Arthur Vogl wieder in das Amt des 1. Schützenmeisters gewählt worden. Ihm zur Seite stehen als 2. Schützenmeister Johann Reitinger und, das ist seit 2008 neu, als 3. Schützenmeister Christian Vogl. Beim Landkreiskönig Schießen 2008 in Willmering wurde 1. Schützenmeister Arthur Vogl mit einem 123,9 Teiler Pistolen König und seine Tochter Julia Vogl mit einem 68,1 Teiler Jugendkönig mit dem Luftgewehr. Das gab es bis dahin noch nicht in der Vereinsgeschichte. Im gleichen Jahr wurde auch die Schießausrüstung auf den neuesten Stand gebracht. Es sind 4 neue Pressluftgewehre mit Pressluftfüllflasche gekauft worden. Ein Lap Top und ein Schießprogramm zur Erleichterung für das Auswerten wurden ebenfalls noch angeschafft.
Beim Gauschützenball 2009 ist die Schützenschwester Inge Kempf mit dem „Verdienstkreuz in Silber“ ausgezeichnet worden. Zur Vervollständigung der Schießausrüstung wurde noch eine neue Pressluftpistole gekauft Die Gewehrmannschaft schaffte, was bisher noch keiner Cham-Wester Mannschaft gelang, der Aufstieg in die Kreisliga.
2010 wurde die Herren Königskette von Grund auf restauriert. Die Kosten für die aufwendige und Kosten trächtige Arbeit wurden von unserem Schützenbruder Franz Daiminger übernommen.
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